PRESSEBERICHT
Der Neubau eines Baumarktes stellt hohe Ansprüche an Wirtschaftlichkeit und Bauphysik
Schnell und sicher
In nur drei Wochen wurden beim Bau eines Baumarktes 2600 m² Wandelemente aus Porenbeton verlegt. Damit konnte ein für den Bau von Baumärkten und Gewerbehallen entwickeltes Konzept realisiert werden, das eine schnelle Montage unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen Gesichtspunkten bei Einhaltung aller Qualitäts- und Sicherheitskriterien ermöglicht.
Funktionalität und Wirtschaftlichkeit sind entscheidende Kriterien für die Planung im Wirtschaftsbau. Hohe Effizienz ist dabei nur durch eine Optimierung des gesamten Bauablaufs zu gewährleisten. Entsprechend geht die Tendenz zum Einsatz rationeller Bauverfahren mit Systemen aus einer Hand, die es erlauben, auf Basis von Standard-Montagebauteilen unter Berücksichtigung eines bestimmten Achsrasters auch große Gewerbehallen ohne Qualitätsverlust innerhalb kurzer Zeit zu erstellen. Besonders wichtig ist dabei die Vielseitigkeit und die Anpassungsfähigkeit des Baustoffs. Die gleichzeitige Erfüllung verschiedener Funktionen wie Wärmeschutz Wärmespeicherung, Brandschutz und Schallschutz mit demselben Material macht – wie die Beispiele zahlreicher aktuell entstehender Gewerbeobjekte zeigen - besonders Porenbeton Bausysteme für den Wirtschaftbau geeignet.
Beim Neubau eines Baumarktes in Bramsche bei Osnabrück waren bauphysikalische und wirtschaftliche Gründe entscheidend für die Wahl des Baustoff. Dabei ging das Planungskonzept zunächst von einem weitgehend mit Hebel Porenbetonbauteilen der Xella Bausysteme GmbH errichteten Außenbau aus. Eine vorübergehend in Erwägung gezogene Erstellung der Gebäudehülle aus Bims wurde aus wirtschaftlichen und bauphysikalischen Gründen wieder verworfen. Mit Porenbeton Bausystemen konnten einerseits Innen- und Außenwände schnell erstellt werden, andererseits konnte durch die hohe Wärmedämmung des Baustoffs Porenbeton auf das Einbringen einer zusätzlichen Dämmung verzichtet werden. Hinzu kam, dass die Konstruktion den Anforderungen der geforderten Brandschutzklasse F 90 entsprach. Für die Brandwände, die im Bereich der Lagerhalle beziehungsweise der Warenannahme gefordert waren, konnten so ebenfalls Porenbetonkonstruktionen eingeplant werden.
Insgesamt wurden rund 2600 m² Außenwandfläche aus Porenbeton erstellt, davon 600 m² als Brandwände. Der flachgestreckte 8 Meter hohe Neubau mit einer Gesamtlänge von 126 Metern, der vom Planungsbüro BP Planbau GmbH aus Telgte entworfen wurde, besteht aus einem rund 4100 Quadratmeter großen Kerngebäude, dem eigentlichen Verkaufsraum, dem neben dem Haupteingang ein 54 x 6 Meter großer Büro- und Sozialtrakt vorgegliedert ist. Unter einer Glas-Stahlkonstruktion schließt sich an einer der beiden Stirnseiten ein Garten-Center an. Auf der gegenüberliegenden Breitseite sind vorne die 42 Meter lange und 20 Meter breite Lagerhalle und dahinter die Warenannahme (inklusive der überdachten Ladezone 41 x 15 Meter) angesiedelt. Warenannahme und Lagerhalle sind durch Brandwände vom Verkaufsraum sowie untereinander getrennt.
Entsprechend dem in Bramsche realisierten Konzept waren bereits zuvor weitere Hagebau-Märkte, unter anderem in Gifhorn, Munster, Versmold, Toestedt, Wolfsburg und Quakenbrück, von der BP Planbau GmbH, Telgte, mit Porenbeton realisiert worden. Dabei waren jedes Mal wirtschaftliche und bauphysikalische Aspekte ausschlaggebend für die Wahl des Materials. Architekt Thomas Stöppelmann von der BP Planbau: „Mit Porenbeton haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Der Baustoff ist einfach zu montieren. Dies ermöglicht kurze Bauzeiten. Er kann dadurch besonders wirtschaftlich eingesetzt werden.“ Hinzu kam, dass durch die wärmedämmenden Eigenschaften des Porenbeton auf zusätzliche Dämmmaßnahmen verzichtet werden kann. „Durch seine wärmetechnischen Eigenschaften,“ so Stöppelmann, „bot der Baustoff uns gute Voraussetzungen, um die EnEv zu erfüllen. Außerdem stand uns damit ein Material zur Verfügung, mit dem wir gleichzeitig die Vorgaben zum vorbeugenden Brandschutz optimal erfüllen konnten. Denn im Brandfall bietet Porenbeton gegenüber anderen Baustoffen zahlreiche Vorteile.“
Als wichtiger Zusatznutzen wurde bei der Wahl des Baustoffes die Fähigkeit von Porenbeton mit einkalkuliert, für optimale klimatische Bedingungen im Rauminneren zu sorgen. Dies ist besonders bei Wetterumschwüngen von Vorteil. Porenbeton absorbiert dann die hohe Luftfeuchtigkeit und gibt diese umgekehrt bei trockener Witterung wieder ab. Dies macht den Aufenthalt in Räumen mit großem Publikumsverkehr deutlich angenehmer.
Der gesamte Außenbau der rund 7400 m² großen Anlage wurde mit Porenbeton-Wandelementen erstellt. Die 6,50 Meter langen Elemente wurden liegend zwischen eine Unterkonstruktion aus 50 cm breiten Stahlbetonstützen im Rasterabstand von 7 m montiert. Die Basis bildete dabei ein Sockel aus Stahlbetonfertigteilen. Sämtliche Anschlüsse wurden nach den Angaben der DIN 4102-4 beziehungsweise auf Basis entsprechender Zulassungen ausgeführt. Mit einer Dicke von d=25 cm entspricht die Konstruktion den Anforderungen einer F90-Wand. Schon mit Wanddicken von d=10 cm können die Anforderungen der Brandschutzklasse F 90 erreicht werden.
Entsprechend den Vorgaben der vom Planungsbüro erstellten Ausführungspläne wurden die einzelnen Elemente werkseitig in einer Höhe von 68 cm produziert. Sie wurden damit auf die Maße der Fassadenöffnungen für Türen und Fenster abgestimmt, so dass keine Pass-Elemente eingeplant werden mussten, um die erforderlichen Höhen-Abmessungen zu erreichen. Die Öffnungen konnten anschließend mit den 6,50 Meter langen Elementen schnell überbrückt werden. Die zur Herstellung der Wandöffnungen benötigten kürzeren Hebel Elemente wurden ebenfalls werkseitig in den benötigten Abmessungen produziert und passgenau auf die Baustelle geliefert. Zuschnittarbeiten entfielen damit, was den Bauablauf zusätzlich beschleunigte.
Vor allem die kurzen Bauzeiten sind für Jürgen Stückemann, Geschäftsführer der Heinrich Stückemann – Achmer Bauunternehmung GmbH, Bramsche, ein entscheidendes Kriterium für den Einsatz von Porenbeton-Wandelementen: „Vom Ablauf her ist Porenbeton unser bevorzugtes Material. Die großen Elemente sind einfach zu montieren. Das geht überaus schnell.“
Der Einsatz von Hebel Elementen bot weitere Vorteile. Neben der Erstellung der äußeren Gebäudehülle konnten damit auch die Brandwände im Bereich der Lagerhalle beziehungsweise der Warenannahme ausgeführt werden. Die Anschlüsse an die angrenzenden Porenbeton-Bauteile erfolgen dabei jeweils entsprechend der DIN 4102-4 beziehungsweise auf Basis entsprechender Zulassungen. In die Wand integrierte Feuerschutztüren ermöglichen den problemlosen Übergang von einem Brandabschnitt in den anderen und stellen so einen reibungslosen Betriebsablauf sicher.
Als nicht brennbarer Baustoff der Baustoffklasse A 1 ist Porenbeton zum Einsatz im vorbeugenden Brandschutz besonders gut geeignet. Auf Grund seiner mineralischen Zusammensetzung erfüllt er die Anforderungen aller Feuerwiderstandsklassen von F 30 bis F 180 ohne jegliche Zusatzmaßnahmen wie Bekleidung oder Putz. Bei Brandschutzversuchen in der Materialprüfanstalt in Braunschweig wurden mit einem Brandschutz von 360 Minuten die Forderungen der gültigen DIN-Norm übertroffen. Hebel Porenbeton übererfüllt damit die Kriterien für die von den Versicherern häufig geforderten Komplextrennwände um drei Stunden.
Durch den Einsatz von Porenbeton wurde der Ausbreitung von Bränden im Gebäudeinneren vorgebeugt. Gleichzeitig aber konnten damit auch jene Risken eingeschränkt werden, die von einem außerhalb des Gebäudes entstandenen Brand ausgehen. Die in der feinporigen Struktur von Hebel Porenbeton begründete hohe Wärmedämmung sorgt auch bei Feuer für konstante Wandtemperaturen. Selbst nach längerer einseitiger Brandbeanspruchung ist trotz der dabei entstehenden hohen Temperaturen kein Wärmedurchgang zu beobachten. Eine Wand kann also nicht durchbrennen, ein im Außenbereich entstandener Brand somit nicht auf den Innenraum übergreifen. Damit wird gleichzeitig der Gefahr vorgebeugt, dass sich Materialien, die unmittelbar an der dem Feuer abgewandten Wandseite gelagert werden, allein auf Grund der Hitzeentwicklung entzünden.
Da Porenbeton die Hitze weniger stark aufnimmt als andere Baustoffe, treten im Brandfall keine Material-Verwerfungen auf. Entsprechend entstehen auch keine Risse im Material, Fugen und Anschlüsse bleiben sicher geschlossen. Rauch und eventuell entstehende giftige Gase können nicht in andere Gebäudeabschnitte eindringen. Hinzu kommt, dass der rein mineralische Baustoff über eine hohe Umweltverträglichkeit verfügt, so dass im Brandfall keine zusätzlichen Gefahren durch die Bildung giftiger Gase oder durch die Entwicklung von gefährlichem Rauch entstehen. Umfassende Brandschutzvorkehrungen im Wirtschaftsbau werden von den Versicherern häufig mit Prämienrabatten honoriert.
Nach seiner Fertigstellung soll das gesamte Gebäude von außen mit einer weißen – im Sockelbereich grauen - Acryl-Beschichtung versehen werden. Innenseitig ist ein deckender Anstrich mit Dispersionsfarbe geplant.
Insgesamt wurde für den Neubau des Hagebaumarktes in Bramsche durch den Einsatz von Porenbeton ein Konzept realisiert, das im Hinblick auf Sicherheit, Energieeinsparverordnung und Baukosten gleichermaßen überzeugt. Dies umso mehr, als schon mit relativ geringen Wanddicken sicherer Schutz vor Feuer und ein hohes Maß an Wärmedämmung gewährleistet werden kann. Hinzu kommt, dass die Hebel Wandelemente sich schnell verlegen lassen und so einen zügigen Baufortschritt sicherstellen. Innerhalb von nur 4 Monaten konnte so der gesamte Bau vollständig fertiggestellt werden. Für die gesamte Montage der Hebel Wandelemente (rund 2600 m2) wurden nur 3 Wochen benötigt.