Brand-/ Komplextrennwand

  • 2.01: Dürfen Brandwandplatten an den Stützen auskragen?

    Für Kragplatten mit der Anforderung einer Brandwand gibt es keine Prüfzeugnisse für Porenbetonwandplatten. Wird an den Kragarm nur die F90 Forderung gestellt und an das Stützenfeld eine Brandwandanforderung, dann kann der Kragarm ausgeführt werden. Reine F90 Wandanforderungen sind in Porenbeton mit Kragarmen immer möglich und leicht zu realisieren. Im Kragbereich ist auf die erhöhten einzuleitenden Verankerungskräfte durch die Befestigungsmittel zu achten.

    Bezugsquellen

    * Hebel Handbuch

    Hebel Handbuch: Kapitel 1 bis 3

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    Hebel Handbuch

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  • 2.02: Können bestehende F90 Wände als Brandwände genutzt werden?

    Die Nutzungsänderung einer bestehenden F90 Wand zu einer Brandwand ist im Einzelfall zu prüfen. Dabei ist zu prüfen, inwieweit die vorhandene Wand entsprechend der Anforderungen an eine Brandwand erstellt wurde.

    Bezugsquellen

    *Hebel Handbuch

    Hebel Handbuch: Kapitel 1 bis 3

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  • 2.03: Was ist der Unterschied zwischen F90-Brandwänden und Komplextrennwänden?

    Brandwände sind nach den Bauordnungen der Bundesländer geregelt, also eine gesetzliche Vorschrift.
    Brandwände müssen in einschaliger Ausführung mindestens 17,5 cm dick sein.
    Brandwände sind im Brandraum geprüft, mit einer Stoßbelastung von 3000 Nm.
    Brandwände müssen mindestens die Festigkeitsklasse P 4,4 und eine Rohdichte von mindestens 550 kg/m³ aufweisen.
    Brandwände sind mit der Profilierung Nut und Feder und einer vollflächigen Verklebung auszuführen.

    Komplextrennwände sind nach den Bauordnungen der Bundesländer nicht geregelt. Es handelt sich also nicht um eine gesetzliche Vorschrift , sondern um eine Forderung der Sachversicherer.
    Komplextrennwände müssen in einschaliger Ausführung mindestens 25 cm dick sein.
    Komplextrennwände sind im Brandraum geprüft, mit einer Stoßbelastung von 4000 Nm.
    Komplextrennwände müssen mindestens die Festigkeitsklasse P 4,4 und eine Rohdichte von mindestens  550 kg/m³ aufweisen.
    Komplextrennwände sind mit der Profilierung Nut und Feder und einer vollflächigen Verklebung auszuführen.

     

    Bezugsquellen

    * Prüfzeugnisse Fa. Xella. DIN 4102 - Teil 4. Bericht 4 des BVP - Ausgabe 1997. Bericht 24 des BVP - Ausgabe 2005.
    * Hebel Handbuch
    * Prüfzeugnisse Fa. Xella für Komplextrennwände liegen vor.

    Hebel Handbuch: Kapitel 1 bis 3

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  • 2.04: Was ist bei den Vertikalfugen der Brandwand/ Komplextrennwand und F90-Wand zu beachten?

    Für Brandwände, Komplextrennwände und F90 Wände gelten bei Vertikalfugen die gleichen Bedingungen. Es ist eine nichtbrennbare Mineralwolle der Baustoffklasse A , Raumgewicht mindestens 30 kg/m³ und einer Schmelztemperatur von mindestens 1000 ° C und eine Stopfdichte mind. 80kg/m³ zu verwenden.

    Bezugsquellen

    *DIN 4102, Teil 4. Prüfzeugnis  Brandwand P-3480/2866-MPA BS  und Prüfzeugnis  Komplextrennwand P-3590/4066-MPA BS

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  • 2.05: Ab welcher Öffnungsgröße sind bei Brandwänden umlaufende Betonrahmen für T90-Türen erforderlich?

    Bei erforderlichen Türöffnungen und Türsystemen in einer Brandwand sind diese mit der Feuerwiderstandsklasse F90 und einer bauaufsichtlichen Zulassung auszuführen. Bei großen Öffnungsgrößen sind keine Stahl U Rahmen erlaubt . Unsere Empfehlung ist deshalb, bei der Planung der Konstruktion die Torhersteller mit einzubeziehen .

    Bezugsquellen

    * Gültige Zulassungen der Tür- und Torhersteller

    Hebel Handbuch: Kapitel 1 bis 3

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  • 2.06: Wie hoch darf eine horizontal geplante und geschosshohe Brandwand aufgebaut werden?

    Eine aus liegenden Porenbetonelementen hergestellte Brandwand kann bis zu Geschosshöhen von 20 Metern ausgeführt werden.

    Bezugsquellen

    * Hebel Handbuch

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  • 2.07: Sind Fensterflächen in Brandwänden erlaubt?

    Bei Brandwänden können Teilflächen der Wände auch aus Verglasungen bestehen. Diese Fensterflächen müssen eine Feuerwiderstandsklasse von F90 aufweisen und allgemein bauaufsichtlich zugelassen sein. Die Anforderung gilt auch für Verglasungen in Komplextrennwänden.

    Bezugsquellen

    * Zulassungen der Verglasungen der Hersteller: F+G Verglasungen ist zu beachten.
    * Berichtsheft 24 des BVP.

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  • 2.08: Muss eine brandgeschädigte Porenbetonwand demontiert werden?

    Der Umfang der Zerstörung nach einem Brandschaden ist zuerst genau zu ermitteln. Nach der Erfassung aller Schäden und der Feststellung der vorliegenden statischen Randbedingungen ist eine Analyse und Beurteilung des eingetretenen Schadens möglich. Dabei ist die Zermürbungsschicht des Porenbetons ebenso ein Kriterium wie die aufgetretenen Festigkeitsminderungen der Materialien. Hat eine Brandwand der Brandeinwirkung 90 Minuten standgehalten und einen weiterführenden Brand verhindert, ist die Funktion der Brandwand erfüllt.

    Bezugsquellen

    * Porenbetonbericht 4 des BVP Ausgabe: April 1995 - Abschnitt 8

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  • 2.09: Ist bei der Brandwand/ Komplextrennwand für die Zwischenstützenverankerung der Nagellaschentyp 12 zulässig?

    Als Zwischenstützenverankerung bei Brand- und Komplextrennwänden ist der Nagellaschentyp 12 zulässig.

    Bezugsquellen

    * Prüfzeugnis P-3480/2866 - MPA BS  und P-3590/4066 - MPA BS
    *Zulassung Z-21.8-1857: Xella Nagellaschen (Typ 12 ,16 und 17) zur Verankerung von Montagebauteilen

    Download Zulassung

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  • 2.10: Welche Öffnungsgrößen sind bei Brand-/ Komplextrennwänden zulässig?

    Öffnungen in Brandwänden/Komplextrennwänden sind grundsätzlich weitestgehend zu vermeiden. Sind sie aus betrieblichen Gründen erforderlich, müssen sie feuerbeständig ausgeführt werden. Je Geschoss mit einer Wandfläche bis zu 220 m² dürfen vier Öffnungen mit einer Gesamtfläche von 22m² einschließlich der Schlupftüren vorhanden sein. Bei mehr als 220 m² Wandfläche dürfen maximal vier Öffnungen mit einer Gesamtfläche von 10 % der Wandfläche, inklusive Schlupftüren,  vorhanden sein. Abschottungen für Kabel und Rohrdurchführungen bleiben bei der Ermittlung der Anzahl der Öffnungen und der Öffnungsflächen unberücksichtigt.

    Bezugsquellen

    * Broschüre der Sachversicherer VDS

    Hebel Handbuch: Kapitel 1 bis 3

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    Hebehttp://www.hebel.de/handbuchl Handbuch

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